Warnung vor Pflege-Engpass in Randregionen

Berggebiete sind laut CS-Studie besonders betroffen

In Randregionen leben vergleichsweise viele ältere Menschen. Deshalb droht dort am ehesten ein Engpass bei der Gesundheitsversorgung. Es könnte ein Mangel an Pflegepersonal geben, wird in einer Studie der CS gewarnt.

Den Spitälern fehlt immer mehr qualifiziertes
Personal. (Bild: NZZ / Adrian Baer)

(sda) In Randgebieten mit überdurchschnittlich vielen älteren Menschen droht ein Engpass in der Pflege-Grundversorgung. Während die politischen Vorgaben eine möglichst gute Erreichbarkeit von Ärzten und Spitälern für alle fordern, herrscht gleichzeitig ein harter Verteilkampf.

Lücken nicht ausgeschlossen

Da viele Randregionen einen prozentual höheren Anteil an Menschen über 65 Jahren hätten als die Ballungsräume, werde dort der Bedarf an Pflege besonders steigen, besagt eine am Dienstag in Zürich präsentierte Studie der Credit Suisse (CS). Nicole Brändle, Ökonomin bei der Grossbank, schliesst Versorgungslücken nicht aus.

Gefährdet sind laut CS – trotz einem markanten Anstieg der Pflege-Beschäftigten in fast allen Kantonen – Berggebiete in Graubünden, im Wallis, Tessin sowie in Glarus und in der Zentralschweiz.

Auch andere Kantone betroffen

Auch Kantone wie Solothurn, Jura, Basel-Landschaft oder Appenzell Ausserrhoden sieht die CS in einer weniger komfortablen Lage. Die Nachfrage könne auch in stark wachsenden Gebieten zu Engpässen führen, sagte Nicole Brändle.

Über 200'000 Vollzeitstellen

Der Gesundheitssektor gehört zu den bedeutendsten Branchen der Schweizer Wirtschaft. Nahezu eine halbe Million Beschäftigte gibt es im Gesundheits- und Sozialwesen; die Zahl der Vollzeitstellen beträgt etwa 365'000. Das Gesundheitswesen im engeren Sinn bietet über 200'000 Vollzeitstellen.

In den letzten zehn Jahren wurden über 80'000 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen. Ausser in den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Glarus nahm die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen überall zu.

Hochstehend und teuer

Das Schweizer Gesundheitswesen, das dieses Jahr 63 Milliarden Franken oder 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) kosten wird, bezeichnet die CS als «qualitativ hochstehend, aber auch teuer». Bei Angebot und Nachfrage seien die Anreize aber auf hohe Kosten und sehr umfassende Versorgung ausgerichtet, hält die CS-Studie weiter fest.

Quelle: 
NZZ Online,
26.08.2010

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